Die gestrige Sitzung des Freiburger Gemeinderats wird von den Freiburger Jusos mit gemischten Gefühlen betrachtet. Der Vorsitzende Claus-Georg Nolte erklärt dazu: „Viele unserer Forderungen bezüglich der Landeserstaufnahmestelle für Asylsuchende wurden übernommen. Für alle, die sich für Vertriebene einsetzen, ist das aber nur ein schwacher Trost, denn zwei wichtige Forderungen für das Ehrenamt - ein Beirat und eine Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Helfer*innen - sind von der schwarz-grünen Mehrheit abgelehnt worden.“

„Die SPD-Fraktion hat nicht zuletzt durch die Initiative der Jusos einen weitreichenden Änderungsantrag zur Flüchtlingssituation in Freiburg eingebracht, in dem sie viele Forderungen der Jusos übernommen hat. Diese Punkte sind in einem gemeinsamen Gespräch mit vielen Initiativen, die sich für Asylsuchende engagieren, entstanden. Ein erster Schritt auf dem Weg zu einer diskriminierungsfreien und menschenwürdigen Gestaltung der LEA ist getan“, analysiert die stellvertretende Juso-Kreisvorsitzende Thalke Iggena. So wurde unter anderem beschlossen, dass in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) von Beginn an alters- und situationsgerechte Sprachangebote bereitgestellt werden. „Uns ist außerdem wichtig, dass das Personal interkulturell geschult wird und es eine ausreichende sozialpädagogische und vor allem auch psychologische Betreuung gibt“, betont Silvia Fiebig, stellvertretende Juso-Kreisvorsitzende. Für die Flüchtlingsarbeit in Freiburg wurde der Betreuungsschlüssel von 1:135 auf 1:100 herabgesetzt. „Das kann aber nur ein erster Schritt sein“, kommentiert Claus-Georg Nolte. „Für alle ehrenamtlich Tätigen war das allerdings kein guter Tag“, ist der stellvertretende Juso- Kreisvorsitzende Maximilian Gröllich enttäuscht. Die Juso & SPD Forderung nach einem Beirat für die Zusammenarbeit der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteure wurde ebenso abgelehnt, wie die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für alle, die sich für Asylsuchende einsetzen wollen. „Es gibt in Freiburg eine breite Unterstützung für Menschen, die hier Schutz suchen. Wir bedauern, dass die Stadt dieses Engagement nicht weiter unterstützen will. Wertschätzung sieht anders aus! Das ist besonders enttäuschend, da die Forderungen aus einem Dialog zwischen der SPD und haupt- und ehrenamtlich Tätigen entstanden sind“, beklagt Maximilian Gröllich, „Freiburg verpasst so die Chance, die Koordinierung des ehrenamtlichen Engagements zu bündeln, um die Sozialarbeiter*innen zu entlasten.“Die Jusos befürworten, dass Freiburg sich verpflichtet hat in zwei Jahren zu prüfen, ob trotz LEA, weiterhin Flüchtlinge in Freiburg aufgenommen werden. Gesetzlich ist die Stadt durch die Einrichtung der LEA von der Aufnahme weiterer Asylsuchender befreit. Dennoch hat die SPD sich klar dafür ausgesprochen die Kapazitäten an Sozialwohnungen auszubauen und die Wohnheime zu renovieren, damit Vertriebene in Freiburg auch außerhalb der LEA dauerhaft eine Zuflucht in der Stadt finden. „Freiburg hat auch in der Vergangenheit bewiesen, dass wir Menschen auf der Flucht nicht alleine lassen. Das darf sich mit der LEA nicht ändern!“, fordert der Juso-Kreisvorsitzende Claus-Georg Nolte.

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